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Blind?

Blind?

Doch du, du bist wie eine schwarz-weiß gescheckte Katze
nur ein Auge im listigen Gesicht
Unfähig, zu entscheiden, ob das Zentrum seiner Aufmerksamkeit links,
ob das beste Stück Fleisch rechts liegen sollte
Blick nur starr geradeaus
Verwirrt, ratlos, krank
Gefesselt von der Frage nach dem richtigen Weg
ist sie unfähig, auch nur einen Schritt zu tun
ihre Weisheit, Erfahrung, Lebenslust
wird nutzlos.

Und der Schnee malt weiße Tränen auf blutig rotes Porzellan
Verwitterung zehrt an den düsteren Wäldern deiner Gedanken
Der Nebel treibt die Geister zurück in ihre Kammern
Du sitzt auf deiner Gartenbank
Dein Haar ist so weiß geworden wie die Blütenblätter einer neugeborenen Margarite
Dicke Tränen lassen die Farben der blassen Fotos in deinen Händen ins Unerkenntliche verschwimmen
Und in der Leere
begreifst du

Du bist wie eine ausgeleierte Sanduhr
Stets am Laufen, vor und zurück
schwindlig immer im Kreis gedreht
wirst du dünn und fällst du, fällst du, fällst du
Ziellos, sinnlos, wunderschön
eingesperrt in glänzend Glas
siehst du die Welt um dich herum vorbeigehn
fühlst du die Erde sich mit dir drehn
doch du gehst vor und zurück im Goldnen Käfig
ohne sie je zu sehn

Mensch
Steh auf
Geh aufrecht
Du wurdest blind, wie die Katze
Hattest vergessen, dass du nicht verloren warst
hast das Auge, das dir blieb
nicht genutzt
gefesselt von deiner Verzweiflung
Es ist Hoffnung
Sieh genauer hin
Tief im Innern
atmet die Sanduhr
sieh die Körner ineinander fließen
tausend, tausend, werden eins
du bist nicht allein im Elend
Alle zusammen gehn sie den Weg
Bis das Glas zerspringt

im L i c h t. . .

25.5.08 16:45
 


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